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Die Mistel – zauberhaft, einzigartig 

Viscum album Spätestens seit der Druide Mirakulix für die Gallier seinen Zaubertrank braut, kennt fast jedes Kind die Misteln und ihre Zauberkraft. Die Germanen glauten sie würde auf Bäumen wachsen weil ihre Götter den Samen ausstreuten. Tatsächlich werden der Mistel seit Urzeiten Zauberkräfte nachgesagt, einige Legenden haben sich bis in die heutige Zeit er-halten; so soll ein Kuss unter einem Mistelzweig Glück, und das entsprechende Paar im nächsten Jahr zum Traualtar bringen; also immer schön aufpassen wo Misteln hängen!

Einzigartig ist die Mistel aus botanischer Sicht. Sie lebt als Halbschmarotzer in Bäumen, Wasser und Nährstoffe bezieht sie vom Wirtsbaum über Senker, ihre Wurzeln quasi, während sie immerhin die Photosynthese für's Blattgrün noch selbst übernimmt.
Misteln wachsen streng symmetrisch, wenn es sein muß auch kopfüber,wobei in jedem Jahr eine neue Verzweigung hinzu kommt. Von Februar bis Mai bildet die Mistel unscheinbare gelbe Blüten aus, im Winter entstehen an den weiblichen Blüten dann weiße Früchte. Diese klebrigen Samen werden gerne von der Misteldrossel verspeist und können so zum nächsten Wirtsbaum gelangen. Auf Obstbäumen schmälern zu viele Misteln den Ertrag, umbringen werden sie den Baum jedoch nicht so schnell das wäre ja Selbstmord

Gerade im Winter kann man die immergrünen Misteln gut auf den Bäumen erkennen. Misteln wachsen langsam, ein großer Busch hat mindestens zwanzig Jahre auf dem Buckel. Genießt deshalb doch lieber den Anblick von Misteln auf Bäumen während eines Winterspaziergangs, als sie für wenige Tage über die Tür zu hängen und dann weg zu werfen.

Wir Wattweilerer habens da mal wieder besonders leicht, denn schon beim Mölschbacher Hof gibt es einige alte Obstbäume mit schönen Misteln, wie ihr auf den Fotos sehen könnt.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 04. Oktober 2008 um 09:09 Uhr
 



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