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Obstbauverein Wattweiler richtet 23. Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier für Kinder aus

Mit einem Turniernachmittag hat der Obstbauverein Wattweiler in mehrfacher Hinsicht Gutes getan: Er holte die Kinder vom Computer weg und sorgte für soziale Kontakte. Dazu gab es Saft und kleine Geschenke.

Quelle
Pfälzischeer Merkur
Merkur-Mitarbeiter: Peter Fromann
Zweibrücker Lokales
26. Januar 2012

Wattweiler. Spannung im Vereinsheim des Obstbauvereins Wattweiler am Samstagnachmittag. Bald zwanzig Kinder, die meisten aus Wattweiler, würfeln und taktieren um den Sieg beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen. Oberaufsicht führt der Vorsitzende, Hans Conrad. Ihm stehen Jugendliche zur Seite, die im Hintergrund die Szene im Blick behalten. Es wird mit Ernst gespielt, die Situation bleibt jedoch stets heiter.

Gezinkte Karten, hier Würfel, gibt es keine. Schummelversuche werden nicht geahndet, jedoch korrigiert. Im Eifer des Gefechts rutscht schon mal eine Figur auf ein Feld, auf das sie nicht gehört. Da passen die Mitspieler jedoch auf. Sophie ist fünf Jahre und sagt: „Wenn ich verliere, ärgere ich mich nicht.“ Das sagt auch Jannik, neun Jahre alt. Doch leise sagt seine Mutter. „Er ärgert sich, ich weiß es, aber er zeigt es nicht so.“ Da spricht der Vorsitzende ein weises Wort: „Verlieren will gelernt sein, und das üben wir hier.“

Also, hinter dem Spiel steckt auch ein Sinn, nicht nur der, die Zeit angenehm zu verbringen. Um Preise geht es nicht unbedingt, denn jeder bekommt einen Anerkennungspreis, meistens ein kindgerechtes Buch. Gegen den Durst gibt es Bio-Obstsaft, von Vereinsmitgliedern im alten Wattweiler Milchhäuschen gepresst. Die Kinder kennen den Saft, denn als Wattweiler Kind haben sie selbst Obstsaft zu Hause. 55 000 Liter hat der Verein für seine Mitglieder dieses Jahr gepresst. „Es war ein wunderbares Obstjahr“, weiß der Gartenfreund.

Mit Eifer wird derweil gespielt, Runde um Runde, bis der Sieger feststeht. Großes Hallo am Ende und Glückwünsche: Am coolsten und am meisten vom Glück begünstigt war heute die siebenjährige Joanna. Bücher, Taschenlampen und anderes mehr gab es für alle zu gewinnen.

„Es war wieder eine gelungene Veranstaltung“, so die Meinung aller. Zweiter wurde Jannik, dritter Timon. Und alle Kinder haben auch diesmal wieder dazugelernt: Sieger und Verlierer behielten lässig die Fassung. „Verlieren will gelernt sein, und das üben wir hier.“

Hans Conrad

 

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