Bier selber brauen

Wer Bier als Durstlöscher liebt und die Vielfalt und Tradition des Gerstensaftes zu schätzen weiß, der befasst sich früher oder später mit dem Gedanken, Bier mal selbst zu brauen.

Faszinierend ist die schier unendliche Vielfalt an unterschiedlichen Bieren, die sich aus den Zutaten Malz, Hopfen und Hefe generieren lassen. Während in Deutschland auch nur diese Zutaten (plus Wasser natürlich) für Brauereien erlaubt sind, um das Getränk "Bier" nennen zu dürfen - gemäß dem Reinheitsgebot, so gilt diese Einschränkung für Hobbybrauer nicht. Wir können unserem Bier beimischen, was uns beliebt, je nach Fantasie z.B. frische Fichtentriebe, in Whiskey getränkte Eichenholzchips, Chili, Zartbitterschokolade, Kräuter,.... 

Bei mir ging es 2011 los - die ersten Versuche noch am Herd in Kochtöpfen und in der 10-Liter-Klasse, und ermutigenden Ergebnissen.

Da der eigentliche Brauvorgang seine Zeit braucht - ca. 6 - 7 Stunden - unabhängig von der Menge, folgt logischerweise die Anschaffung größerer Gerätschaften und der Aufstieg in die 50-Liter-Klasse...

Herrlich: Ein Selbstgebrautes zum Feierabend...

Und so sieht ein Brautag aus:

Zum Brauen benutze ich sog. Wurstkessel, die mit Buchenholz beheizt werden. Damit lassen sich Zeiten und Temperaturstufen nicht so präzise einhalten und wiederholen wie bei computergesteuerten Anlagen, sodaß das Ergebnis bei gleichem Rezept auch nicht immer identisch schmeckt. Das ist auch gar nicht das Ziel (sonst könnte ich ja die langweiligen Einheitsbiere im Supermarkt kaufen) 

Andererseits kann ich völlig ohne Strom oder Gas brauen, das ist krisensicher, günstig und beruhigend...


 






und zwischendurch mal ein-zwei Bierchen verkosten.


Nach dem Kochen wird die Würze möglichst schnell abgekühlt, durch einen Filter in den Gärbehälter umgefüllt und dann die Hefe hinzugegeben.

Nach ca. einer Woche Hauptgärung erfolgt das Abfüllen in Flaschen oder Fässer.

Im Bild rechts zu sehen: Ca. 50 Liter endvergorenes Bier im Gärbehälter. Obenauf schwimmt die Hefe, deshalb handelt es sich hier um ein "obergäriges" Bier - in diesem Fall ein helles Weizenbier. Bei untergärigen Bieren setzt sich die Hefe bei der Hauptgärung am Behälterboden ab.


Danach 4 - 6 Wochen reifen lassen, dann kann das frische Bier endlich angezapft werden.

Prost!


RL


Die verschiedenen Malze abwiegen und schroten, je nach Rezept. Mit unterschiedlichen Malzen werden sowohl der Geschmack, als auch die Farbe des Bieres bestimmt - von schlank bis malzig-süß und hellgelb bis tief schwarz.

Wasser im Maischekessel anheizen (links)



Einmaischen, rühren und die Temperaturstufen (Rasten) einhalten.

Einmaischen: ca. 50°C

1. Stufe: 63°C für 30 Minuten

2. Stufe: 72°C für 30 Minuten

3. Stufe: maximal 78°C , abmaischen


Umfüllen in den Läuterbottich und abläutern (Würze filtert sich selbst durch den Treber - die sich absetzenden Spelzen).

Wasser parallel dazu auf 78°C aufheizen für den Nachguß und immer wieder in den Läuterbottich geben (anschwänzen).



Würze im Kessel für 90 Minuten kochen.

Bei Beginn des Kochens den Hopfen hinzugeben. Der Hopfen bestimmt auch ganz wesentlich den Geschmack des Bieres; dabei spielt sowohl die Menge, als auch die Sorte eine große Rolle. Darüber hinaus macht er das Bier haltbarer.

Für einen 50-Liter-Sud reichen ca. 100 gr. Hopfen aus, diese werden meist als Pellets zugegeben.







Die Hefe ist die dritte Zutat, die auch Einfluß auf den Geschmack nimmt, je nach Sorte. Den bananigen Geschmack eines Weizenbieres beispielsweise, bringt nur eine spezielle Weizenbierhefe hervor.


Obstbauverein 1910 Wattweiler